Ordre Teutonique

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Ordre Militaro Religieux Aristotélicien des RR
Deutscher Orden / Geistlicher Ritterorden im RK

Teutoonse Orde / Militairgelovige Orde van de KR

 
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 Bewerbung Kiesel

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Kiesel
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MessageSujet: Bewerbung Kiesel   Mar Aoû 06 2013, 17:24

Mitten in der Nacht kam eine dunkle Gestalt des Weges. Abgemüht hatte sich das Geschöpf, welches sich vor dem Nieselregen in einen Umhang fest eingepackt und die Kapuze ins Gesicht gezogen hatte. Der Weg zu den Pforten erwies sich stellenweise als sehr verwirrend. Aber jetzt war es geschafft!
Guter Dinge klopfte der nächtliche Wanderer an das monströse Tor. Dumpf hallte das Pochen wider. Etwas schaurig.
Kurz darauf wurde unter unwilligem Gebrumm ächzend und knarzend geöffnet. Ein dicker Kopf erschien im Torspalt, den der Besucher aber dank der Lichtverhältnisse nicht näher erkennen konnte.
Harsch begrüßte der Wächter diesem mit einem "Halt! Wer da?". Die Gestalt senkte das Haupt ehrerbietig und streifte die Kapuze ab. Ein blonder Haarschopf kam zum Vorschein, der unweigerlich zu einer schlanken Frauengestalt gehörte.
Immer noch brummig stellte sich der Wächter vor und bombardierte das nasse Geschöpf regelrecht mit seinen obligatorischen Fragen.
Anfänglich war sich die Frau unsicher, doch gewann ihre Stimme zunehmend an Festigkeit. "Kieselchen ist mein Name - ganz schlicht und ergreifend, werter Wächter des Ordenshauses des Deutschen Ritterordems. Mein Begehr ist es, Mitglied dieses hiesigen Ordens zu werden. Vielleicht hat man Interesse an meiner Hilfe. Sesshaft bin ich als Müllerin in Passau im bayrischen Lande und zähle 24 Lenze. Wäret Ihr so gütig und gewährt mir Eintritt? Ich bin nass bis auf die Knochen." Ob dies den Wächter wirklich scherte? Wohl eher nicht. Dennoch lächelte sie freundlich.

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Laurentz
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Jeu Aoû 08 2013, 12:04

Des Nachts war er über den Burghof geschlendert, in Gedanken versunken die Stille genießend und den Regen ignorierend. Doch die so geliebte Stille wurde von einem dunklen Geräusch gestört. Verwundert blickte er sich um, als er bemerkte, dass an der Ordenspforte eine Fackel bewegt wurde. Er schüttelte den Kopf, er konnte sich nicht vorstellen, wer außer einem Boten mit einer dringlichen Nachricht mitten in der Nacht bei Regen zur Pforte kommen würde. Neugierig wie er war, hielt er auf die Pforte zu, vielleicht musste schnell reagiert werden und jede helfende Hand wurde gebraucht. Als ihn nur noch wenige Klafter von der Pforte trennten vernahm er Ottos Stimme und die einer Frau. Nichts dachte er sich dabei, konnte der Bote doch genauso gut einen Frau sein, doch als Otto aber das Tor nicht weiter öffnete um die Gestalt einzulassen, wurde er etwas skeptisch. Der Wächter musste seine Schritte vernommen haben und wandte sich ihm zu als er im Begriff war die Pforte wieder zu verschließen. "Halt!" rief Laurentz, doch im Regen schallte seine Stimme nicht so laut. Der Wächter hielt dennoch inne und nur wenige Augenblicke später stand er auch schon neben ihm, deutete ihm zur Seite zu gehen um selbst einen Blick hinaus werfen zu können.
"Seid gegrüßt!" sprach er zu der Frau, die vor ihm stand und von deren Umhang das Regenwasser tropfte. Ein Schmunzeln huschte über Laurentz' Lippen, doch sprach er nur ein "so tretet doch ein" und führte die Frau ins Wachhaus. Er sah nur aus den Augenwinkeln wie Otto sich von den beiden entfernte, als er ihr bedeutete, dass sie sich doch auf die Bank setzen könnte. "Was führt Euch mitten in der Nacht bei diesem Wetter hierher?" Selbst von der Wanderung durch den Regen über den Burghof etwas nass, lag sein fragender Blick auf ihr.
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Kiesel
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Jeu Aoû 08 2013, 14:11

Das blonde Weib atmete erleichtert auf. Endlich durfte sie eintreten. Im Fackelschein erkannte sie nur spärlich das Gesicht des Ordensbruders, der sich ihrer zu erbarmen schien, und bemerkte ebenfalls die kurze Belustigung, die über sein Gesicht huschte. Erst jetzt wurde sich die Bittstellerin bewusst, wie schlimm sie aussehen musste. Ihre Reisekleidung war mit Dreckspritzern übersät, einige nasse Haarsträhnen klebten ihr an der Stirn. Nützt alles nichts!, sagte sich der Blondschopf innerlich. Sie straffte unbewusst ihre Schultern und erwiderte den Gruß mit freundlichen Gesichtsausdruck. "Habt Dank, der Herr, für den Einlass. Hier drin ist es allemal gemütlicher als stundenlang im Nieselwetter." Mit einem dankbaren Lächeln ließ sich die Reisende auf den ihr zugewiesenen Platz auf der Bank nieder.
"Zuallererst möchte ich mich für die sehr späte Störung entschuldigen, werter Herr.", so begann die junge Frau die Antwort auf die Frage. "Ich hab mich leider auf dem Weg hierher, nun ja, etwas verlaufen. Dies erklärt auch mein sehr spätes Erscheinen vor Euren Toren." Mit einer nachdenklichen Geste strich sie sich die nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht, welches eine leichte Röte überzog, und fuhr fort. "Mich nennt man Kieselchen, Kieselchen aus Passau." Sie bot dem Ordensbruder die Hand. "Bevor ich dort sesshaft wurde, müsst Ihr wissen, war ich durchweg eine Händlerin auf Weltreise. Um nicht lange drumherum zu reden: ich habe vernommen, dass der Deutsche Ritterorden - vor allem - für Geistliche und Pilger Reisebegleitung und auch -schutz anbietet. Das sesshafte Biedermeierleben lässt den Aspekt des Reisens sehr verblassen, doch ich möchte das jetzige Leben auch nicht wieder aufgeben und mit der Unstetigkeit des Händlerdaseins tauschen. Daher habe ich nach einem Kompromiss gesucht, der zudem - nun, wie soll ich sagen? - sehr sinnvoll erscheint. Dass es noch andere Aufgaben innerhalb des Deutschen Ritterordens bestehen, ist mir durchaus bewusst. Vielleicht könnt Ihr hier meine Hilfe gebrauchen. Es würde mich zumindest sehr ehren sowie freuen." Sie lächelte verlegen, doch lagen in diesem Lächeln auch eine Spur Selbstbewusstsein und Frohmut. "Wenn Ihr noch weitere Fragen habt, so fühlt Euch bitte frei, mir diese zu stellen."
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Laurentz
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Jeu Aoû 08 2013, 16:13

Aus den braunen Augen blickte der junge Mann sein Gegenüber an, das sich gleich freundlich und höflich präsentierte. "Sehr erfreut, Kieselchen. Ich bin Bruder Laurentz. Willkommen auf der Marienburg." erwiderte er, als sie sich ihm vorstellte und ergriff dann ihre Hand zum Gruße. Gewiss war ihr nicht entgangen, dass die Hand, die er ihr reichte, dünn verbunden war und er sie gleich nach dem Gruß wieder unter den langen Ärmeln verbarg. Er lauschte ihren Worten, erwiderte ihr sanftes Lächeln. Ihre Geschichte erinnerte ihn ein wenig an seine eigene. "Es ist schön zu hören, dass Euch der Wunsch Euch dem Orden anzuschließen hierher geführt hat. Ihr scheint Euch gut über den Orden informiert zu haben, wenn Ihr dennoch eine Frage habt, so stellt sie doch. Ihr gedenkt gewiss den weltlichen Ordensweg zu gehen. Habt Ihr denn Erfahrung im Kampf? Wart oder seid Ihr Mitglied in einer Armee oder anderen militärischen Vereinigung?" Es waren kaum mehr als die üblichen Fragen, die Laurentz zu so später Stunde in den Sinn kamen. Er hätte sie auch zu ihren Handelsreisen befragt, denn gern hörte er Geschichten von der Ferne, seine Fragen dazu wären weniger distanziert gewesen, doch würde er, so der Herr es wollte, ein andern Mal die Zeit dazu finden. Noch eine Frage, die es gut war nun schon zu klären kam ihm dann in den Sinn. "Seid Ihr getauft?" Nicht, dass es mit diesen Fragen so eilte, doch warum nicht stellen, wenn man sie gleich klären konnte? Da kam ihm plötzlich in den Sinn, dass es etwas vergessen hatte. "Führt Ihr Waffen mit Euch? Bevor man Euch weiter in die Burg lässt, habt Ihr sie abzugeben." Etwas müde lächelte er die Blonde an.
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Ven Aoû 09 2013, 05:09

Kiesel fiel angenehm auf, dass der Ordensbruder ein sehr freundliches und sanftes Wesen zu Tage - beziehungsweise zu Nacht - legte. Darüber lächelte sie kaum merklich und war dankbarer denn je. Zweifel hatten sie auf dem Wege hierher geplagt, ob man sie nicht mit Schimpf und Schande wieder fortjagen würde. Aber man gewährte ihr immerhin Einlass und hörte sich ihr Begehr an, woraus sie abermals neuen Mut zog.
Leicht verwundert drückte die blonde Maid seine Hand. Trug Bruder Laurentz einen Verband? Hatte er sich verletzt? Ein fragender Blick folgte der Hand, die bereits wieder im Ärmel verschwand, doch Kiesel hatte nicht viel Zeit, weiter darüber nachzudenken, sondern lauschte den Worten ihres Gegenübers andächtig.
Erneut wurden wichtige Fragen gestellt. Ein zaghaftes Lächeln überzog das Antlitz der jungen Frau und knetete vor lauter Nachdenklichkeit unwillkürlich die schmalen Hände.
"Welchen Weg ich gehen soll oder werde," perlte es von den roten Lippen "liegt nicht in meinen Händen. Gott und der Orden werden darüber gewiss urteilen. Dort, wo ich gebraucht werde, da möchte ich mich fügen." Die grauen Augen ruhten ruhig auf dem Gesicht von Bruder Laurentz. "Erfahrungen habe ich Kampf - Ihr meint sicherlich im klassischen Sinne - eher wenige, auch gehöre ich keiner einzigen militärischen Vereinigung an. Auf den unzähligen Reisen habe ich mich jedoch oftmals sehr gut im Zwist mit Räubern und anderem Gesindel zu wehren gewusst, wie es eben soweit mit Stab und Schild möglich ist. Gegen französische Banner war ich dennoch leider machtlos." Schalk blitzte bei dieser Erinnerung für einen Augenblick in ihren Augen auf, verschwand doch sogleich wieder und tauschte mit einer feinen Röte auf den Wangen. "Ich fürchte, diese Frage muss ich ebenfalls verneinen, werter Bruder Laurentz. An eine Taufe kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht ist es mir in den vielen Irrungen und Wirrungen des Lebens auch entfallen. Sie ist sicher von größter Wichtigkeit, was ich selbst einsehe." fuhr die blonde Besucherin fort. "Ist es denn möglich, hier in der Marienburg eine zu empfangen oder ist es der Wille des Ordens, dass ich mich einmal in Passau danach umhöre?" Ein kaum vernehmbarer Seufzer entrann der Frauenkehle. Die Geistlichen Passaus werden gewiss ihre Freude haben, nachdem Kiesel wochenlang schon in Gebeten in der hiesigen Dorfkirche verharrt und ihnen wortwörtlich in den Ohren gelegen hatte, weil die Obrigkeit sie scheinbar nicht für gottesfürchtig genug erachtete, um ihr in den heiligen Lesesälen Eintritt zu gewähren. Doch sie lächelte darüber lieber ergeben, als sich erneut dem Ärger darüber hinzugeben. Letzten Endes zahlte sich ihre Beharrlichkeit so langsam aber sicher aus.
Mit einem amüsierten Schmunzeln streckte Kiesel dem müden Ordensbruder den Wanderstock entgegen, doch blickte sie ihn ebenfalls mit einer Spur Mitgefühl an. "Gütiger Gott, hättet Ihr jetzt einen anderen statt meiner vor Euch gehabt, so hätte das schlecht für Euch ausgehen können, werter Bruder Laurentz! Ihr solltet Euch vielleicht bald ins Stroh legen und Euch ausruhen." Besorgt blickte die Anwärterin drein. "Ich kann auch einen anderen Tag, dieses mal nicht nachts, erneut hierher kommen. Den Weg kenne ich ja nun." feixte der Blondschopf belustigt und erhob sich, um ihr Angebot zu unterstreichen.
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Ven Aoû 09 2013, 10:51

"Der Allmächtige führt Euch gewiss auf den rechten Weg, man merkt es denn schon daran, dass er Euch hierher gefüht hat." sprach er recht ernst und dennoch freundlich, während sein Blick weiter auf seinem Gegenüber lag. "Wenn es Gottes Wille ist, so wird der Tag kommen an dem Ihr Euch zu entscheiden habt, ob Ihr für den Glauben mit dem Wort oder dem Schwert einsteht, doch habt ihr davor die Gelegenheit die Burg, die Geschwister und den Orden selbst kennenzulernen." Egal wie müde er war, manchmal tendierte er stark dazu wie ein Priester zu klingen, der von der Kanzel predigte, wenn er sich nicht selbst in jenem Moment stoppte. Der junge Mann dankte dem Herrn, dass er es meist doch bemerkte und es nicht dazu kam. Wie auch diesmal, als er nach einem Atemzug dann doch nicht zur Predigt ansetzte.
"Werte Kiesel, natürlich könnt Ihr auch hier auf der Marienburg das Taufsakrament empfangen, unser Großhospittler freut sich gewiss über einen Täufling. Wenn ich mich nicht irre, ist die letzte Taufe hier auf der Burg ohnehin schon wieder eine Weile her. Es ist nicht notwendig Eure Tauffest in Passau zu feiern. Die Details wird der Großhospittler noch mit Euch klären." Er vermochte nicht für jenen zu sprechen, doch grundsätzlich war die Möglichkeit der Taufe auf der Burg gegeben.
Dankbar nahm er dann ihren Stock entgegen und fragte sich einen Moment lang, ob er denn wirklich einen solch hilflosen Eindruck auf sie machte.
"Die Menschenkenntnis des Wärters ist, wenn er auch noch so harsch ist, ausgezeichnet. Hätte er befürchtet, dass Ihr mir etwas antun wolltet, hätte er uns kaum allein gelassen. Sollte er sich einmal irren, so ist es wohl Gottes Wille." Sein Schulterzucken, das auf die Worte folgte, sollte ihr bedeuten, dass nicht gedachte sich dem göttlichen Willen zu widersetzen.
Das ihm das Schlafen diese Nacht Probleme bereitete, konnte sein Gegenüber nicht wissen, nur deswegen war er erst auf den Hof gegangen und hatte sie einlassen können.
"Wenn ihr Euch andernorts ein Lager für die Nacht suchen wollt... ansonsten würde ich noch mit Euch warten, ehe man mir das Einverständnis gibt Euch weiter in die Burg lassen und würde Euch zum Schlafsaal zu führen. Ihr braucht bestimmt auch irgendwann Schlaf, wenn auch nicht ganz so dringend wie ich." hatte er schmunzelnd gesprochen. Er malte sich aus welch matten Eindruck er wohl auf sie machen musste, doch bezweifelte er stark, dass er im Stehen einschlafen würde. Der Dunkelhaarige wartete gar nicht erst auf eine Reaktion der Frau. "Wenn Ihr Euren Wanderstock also nicht benötigt, lasse ich Euch einen Moment allein um ihn zu verstauen und Euch eine Decke und etwas zu Trinken zu bringen, was meint Ihr?" Durch den Regen war die Sommernacht doch recht frisch und ein nasser Umhang war kein Kleidungsstück, das wärmte und das man am Leib behalten sollte.
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Kiesel
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Ven Aoû 09 2013, 15:16

Bedächtig nickt der Blondschopf zu dem Gesprochenen. "So soll es sein, werter Bruder Laurentz. Eure Worte in Gottes Gehör." Im Stillen fügte sie diesem noch ein 'Amen' hinzu und war sichtlich von dem Wissen sowie den Ausführungen des Ordensbruders begeistert. Es schwor ein gutes Gefühl hervor. Vor allem, da sie auf eine weitere Lebensaufgabe hier in diesen Mauern hoffte. "Es wäre gar vortrefflich, all das hier", sie beschrieb mit ihrer Hand dazu einen Halbkreis "bereits zuvor einmal kennenzulernen. Ich bin schon sehr gespannt." sprach's offenherzig.
Ein Seufzen der Erleichterung entrang dem Weibe. Sie musste nicht in der Passauer Kirche um ihr Taufsakrament bitten. Dies war ihr mehr als recht. Lieber trug sie ihre Bitte dem hier ansässigen Großhospittler vor. Würde er sie aus irgendeinem Grunde ablehnen, so konnte sie sich noch immer in ihrem Heimatdorfe nach einem sich bereit erklärenden Pfarrer auf die Suche begeben.
Kiesel spürte, dass ihre - soweit doch recht gut gemeinten Worte - Bruder Laurentz stutzen ließen. War sie vielleicht ein Schritt zu weit gegangen und hatte mit ihrer Äußerung seine männliche Stärke sowie Autorität unbewusst untergraben? Sie spürte ihren Worten nochmal nach, ließ es dann aber lieber gut sein und nickte daher zu den seinen befürwortend. "Der Wächter hat allerdings ein gutes Gespür. Er würde nicht so leicht das Leben seiner Ordensgemeinschaft auf's Spiel setzen. Und alles andere, wie Ihr es bereits trefflich formuliert habt, werter Bruder, liegt allein in Gottes Hand. Unser Herr hat die Schicksalsfäden in den Händen."
Wieder dieses greifbare Nachdenkliche des jungen Mannes. Die Blonde blickte ihn aus ihren grauen Augen forschend an. Er mochte ihr Alter sein, vielleicht jünger, aber definitiv nicht älter, besaß einen bemerkenswerten Intellekt sowie eine angenehme Stimme. Während sie Bruder Laurentz so betrachtete, nahm er schon die Entscheidung über den nächsten Verbleib in die Hand. Unwillkürlich musste Kiesel leise darüber lachen, welches aber alsbald dem Gefühl der peinlichen Berührtheit wich. "Ihr seht, verzeiht meine Aussage, sehr mitgenommen aus, werter Bruder. Macht Euch bitte nicht solche Umstände. Ich komme auch ohne Decke oder einen Trunk aus. Es würde Euch gewiss bessere Dienste erweisen." Zaghaft biss sie sich auf der Unterlippe herum. "Mit Verlaub, es geht mich gewiss nichts an, aber warum begebt Ihr Euch nachts auf.. nun ja.. Wanderschaft innerhalb den Marienburgischen Gemäuern, wobei Ihr doch so geschafft scheint?"
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Sam Aoû 10 2013, 10:44

"Umstände? Es macht mir keine Umstände, glaubt mir." Verwunderung war in seinem Blick, der dennoch freundlich war, zu sehen, denn er konnte sich keinen Reim darauf machen, weswegen es für ihn ein unerträgliches Maß an Mehrarbeit sein sollte. Nicht lange dachte er darüber nach, würden die Gedanken, die er unausgesprochen ließ, doch ohnehin zu nichts führen. "Wenn Ihr mich einen Moment entschuldigt, ich bin gleich wieder zurück." sprach er noch, ehe er sich dann doch davonstahl um ihren Stab zu verstauen und die versprochenen Dinge zu holen.
Er hatte den Weg durch den Regen genossen, einige Male seinen Mund zum Gähnen weit aufgerissen und auch für einige Augenblicke sein gebräuntes Gesicht gen Himmel gewandt um die feinen Tropfen auf seiner Haut zu spüren. Zumindest fühlte er sich eine Spur wacher, als er ins Wachhaus zurück kehrte, ob er nun auch weniger müde aussah, konnte er nicht beurteilen.

"Ich habe es geschafft unterwegs nicht einzuschlafen." scherzte er in Richtung der Frau über sich selbst, nachdem er eingetreten war und den Krug und die beiden Becher abgestellt hatte. Dann reichte er Kieselchen die mitgebrachte Decke, die vom Transport durch den Regen kaum mehr als einige wenige Wassertropfen abbekommen hatte. Im Fackelschein schenkte er mit seiner linken, unverletzten Hand etwas ungeschickt aus dem Krug in die beiden Becher ein, reichte erst der Blonden den einen, ehe er sich den anderen, diesmal mit der verbundenen Hand, griff. "Dünner Wein" ließ er sie wissen. Einen Moment lang lag dann sein Blick auf der Oberfläche des Weins im Becher, ehe er wieder sein Gegenüber anblickte. "Um eine Antwort auf Eure Frage zu versuchen: Mich hatte ein Geräusch aus dem Schlaf aufgeschreckt, vermutlich war es nur ein Windstoß gewesen, der eine Tür mit einem lauten Krachen geschlossen hat. Und irgendwie ist es meine Angewohnheit mir dann etwas die Beine zu vertreten und nach dem Rechten zu sehen, ehe ich mich wieder schlafen lege." Es war die Kurzversion gewesen, dabei wollte er es aber auch belassen. "Und nein, es macht mir nichts aus hier mit Euch zu warten." sprach er noch, mit etwas, doch hoffte er nicht zu viel, Nachdruck, denn so langsam bekam er das Gefühl, dass das Weib ihn loswerden wollte, doch er gedachte nicht sie wieder in die Nacht hinauszuschicken, in den Regen, wo sie sich nur den Husten holen würde. Seinen Becher hob er zum Prost. "Zum Wohl." Nur einen kleinen Schluck trank er, ehe er ihr dann doch wieder eine Frage stellte. "Habt ihr davor auch schon einmal in Passau gelebt oder ist es das erste Mal, dass ihr euch in Bayern häuslich niedergelassen habt?"
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Dim Aoû 11 2013, 06:24

Nachdenklich blickte das junge Weib auf seine Hände im Schoß, als Bruder Laurentz seiner Wege ging. Sie war es nicht gewohnt, dass man sich um sie kümmerte, auch wenn es zur Gastfreundschaft des Deutschritterorden gehören zu schien. Empört wirkte der Ordensbruder. Nein, unfreundlich wollte die Blonde gewiss nicht sein, also würde sie in Zukunft sich nicht mehr so sehr dagegen wehren, bot man ihr hier Hilfe oder dergleichen an.
Leise Schritte unterbrachen den Gedankengang im Kopf des Blondschopfes. Bruder Laurentz kam zurück. Sie wischte die Zaghaftigkeit mit einem Handstreich aus dem Gesicht und schmunzelte belustigt auf. "Da haben wir beide - jeder für sich - Glück gehabt. Vermutlich hättet Ihr Euch eine Erkältung zugezogen und ich mich alleine zu Tode gelangweilt." Sie zwinkerte dem dunkelhaarigen Ordensmitglied fröhlich zu.
Dankbar nickte Kiesel ihm zu, ergriff zuerst die Decke, in welche sie geschwind ihren Körper hüllte, und dann ebenfalls den Becher Wein, ließ diesen aber in ihren Händen ruhen. Ihre grauen Augen erblickten die verbundene Hand. Bruder Laurentz war also doch verletzt. Doch weiter nachfragen, wollte sie lieber nicht. Sie hatte das Gefühl, schon unbeabsichtigt viel zu unhöflich aufgetreten zu sein. Kurze Zeit schienen beide Geschöpfe Gottes nicht reden zu wollen. Jeder hing seinen Gedanken nach, doch ergriff ihr Gastgeber schließlich das Wort. Nachdem dieser geendet hatte, erwiderte die junge Anwärterin anteilnehmend: "Ich verstehe Euch nur zu gut. Lieber geht man der Ursache des Geräuschs oder Lärms auf den Grund, als nachlässig zu handeln. Vertrauen ist gut, Kontrolle jedoch besser." Weiterhin sprach's aufrichtig: "Es freut mich, dass Ihr mir Gesellschaft leisten möchtet. Solltet Ihr einschlafen, so werde ich es keinem erzählen. Meine Lippen bleiben versiegelt." Ein leises, vergnügtes Lachen entrang ihrer Kehle. "Wohl bekommt's und meinen Dank für die Gaben." Die Blonde nahm nun ebenfalls einen Schluck des Weins, welcher angenehm Lippen und Gaumen benetzte. Zum Glück war der köstliche Rebensaft verdünnt, sonst wären ihre Augen wohl bereits nach den ersten paar Schlücken bleiern geworden.
Die aufkommende Frage des Ordensbruders ließen Kiesel für wenige Augenblicke nachsinnen. Die Antwort fiel dann ausschweifender aus, als gewollt. "Nun, gelebt habe ich wohl in allen Himmelsrichtungen des Reiches und auch über dessen Grenzen hinaus, aber einen willkürlich festen Wohnsitz habe ich mir erst vor gut einem Jahr im hiesigen Passau zugelegt - wohlgemerkt neben dem württembergischen Heilbronn, wo ich wohl mit die meiste Zeit meines Lebens unfreiwillig zugebracht habe, bevor ich alt genug ward und mich dem Reisen sowie Handel verschreiben konnte. Etliche Monate musste ich, nachdem ich mich für die Sesshaftigkeit entschieden habe, gezwungenermaßen aus geschäftlichen sowie familiären Angelegenheiten nach Schaffhausen und Konstanz reisen, kehrte jedoch mit der erst besten Reisemöglichkeit nach Passau zurück. Dort legte ich mir zum ersten Male in meinem Leben Felder zu, erlernte ein ertragreiches Handwerk... und versuche nun seit einigen Wochen den Regenten zu überzeugen, dass man mir Zugang zu der Universität gewährt." Ein eher trübsinniges Lächeln lag auf dem weiblichen Antlitz, doch schüttelte sie diese wurmende Angelegenheit schnell wieder ab. "Um auf den eigentlichen Kern der Frage zurück zu kommen:" fuhr die Erzählende nach einem weiteren Schluck Wein fort. "Auf Durchreisen lernte ich Passau zwar bereits geographisch kennen, aber war zuvor dort niemals im Besitz von eigenem Grund und Boden - bis vor etwa einem Jahr dann." Interessiert fragte die Blonde nach einer kurzen Pause ihr Gegenüber daraufhin: "Wo ist Euer Zuhause, Bruder Laurentz? Seid Ihr schon lange ein Ordensmitglied des Deutschritterordens?"
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MessageSujet: Re: Bewerbung Kiesel   Dim Aoû 11 2013, 13:38

Interessiert lauschte er ihren Worten. Sein Gegenüber hatte das Groß ihrer Lebensjahre also in Württemberg zugebracht. Anstatt selbst viel zu reden, hatte er sich ganz aufs Zuhören verlegt, dachte gar nicht erst daran ihre Erzählung mit Fragen oder Anmerkungen von seiner Seite zu unterbrechen. Erst als sie ihm zwei Fragen stellte, war es wieder an ihm zu reden. "Seit Ende letztem Jahres ist mein Zuhause in Eichstätt." Es waren schon viele Monate verstrichen, doch Nürnberg war ihm immer noch nicht recht lieb geworden, er war eben Bayer durch und durch, auch wenn er den Wohnsitz außerhalb hatte. "Davor habe ich über ein Jahr in Freising gelebt." Leise seufzte er. Zu lange war er schon nicht mehr in Freising gewesen, zu lange hatte er seine Freisinger Freunde nicht mehr gesehen. Er musste sie in nächster Zeit wirklich mal wieder besuchen. "Lange?" Lange kam es ihm nicht vor und viele waren schon ein Vielfaches länger als er Teil des Ordens. Doch war es lange genug dass er sich im Orden heimisch fühlte. "Es ist kaum mehr als ein Jahr her, als ich wie Ihr das erste Mal an die Ordenspforte gekommen bin." An jene Tage zurückdenkend lächelte er. Wieder nippte er am Wein, formte in seinen Gedanken die Frage danach was sie zu studieren gedachte, als ein Ordensmitglied in der Tür auftauchte, das informierte, dass Kieselchen nun in die Burg gelassen werden durfte. "Dann bringe ich Euch wohl am Besten gleich zum Schlafsaal."
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